Die 4 Schilde: Wilderness Seminare, Ceremonies

Uns stehen verschiedene Hilfsmittel, sogenannte Landkarten des Bewusstseins, oder auch Räder bzw. Schilder zur Verfügung. Diese lernen alle TeilnehmerInnen in der Vorbereitungszeit der Visionssuche, im 4 Schilde Seminar aber vor allem auch in eigenen „Ceremonies“-Seminaren kennen und nutzen. In diesen Ceremonies Seminaren geht es um die Dynamik der 4 Schilde in Bezug zu den Jahreszeiten und unserem Alltag. Damit einher wird immer dem Thema entsprechend ein Hauptritual gefeiert. Die 4 Schilde, die 4 Himmelsrichtungen Die 4 Schilde sind die Eckpfeiler der verschiedenen indianischen Medizinräder, entsprechen den 4 Himmelsrichtungen und stellen die 4 grundlegenden Ebenen des Menschseins dar.

Diese grundlegenden Ebenen sind in jedem Menschen veranlagt und jeder von uns hat zumeist zu ein oder zwei Ebenen einen natürlichen, guten Zugang, zu den anderen einen weniger guten. Die indianischen LehrerInnen und Ältesten haben immer wieder betont, dass es ungemein wichtig sei, zu allen 4 Schilden einen Zugang zu haben, um Ganz zu sein – ein wirklich Erwachsener Mensch mit einem vollentwickelten Werkzeug an Handlungsmöglichkeiten. Heute würden wir auch von einem funktionierenden Immunsystem sprechen, indem durch die harmonische Zusammenarbeit von Körper, Psyche, Bewusstsein und spiritueller Ebene Gesundheit und Wachstum möglich sind. Das Buch über die 4 Schilde von Steven Foster und Meredith Little ist soeben in deutsch erschienen und bietet einen hervoragenden Überblick über diese Landkarte menschlichen Bewusstseins.

Jungsche Philosophie und Psychologie

Wenn wir uns nun ein westliches Philosophisches Lehrsystem, wie das von C.G. Jung anschauen, fallen einige Ähnlichkeiten bzw. Parallelen zum oben gesagten auf. Jung unterteilt die menschlichen Fähigkeiten in 2 Ebenen mit je 2 Funktionen: -Die wahrnehmenden Funktionen: Empfinden und Intuition – Die beurteilenden Funktionen: Fühlen und Denken Diese 4 Ebenen können weiters eher im Sinne der Introspektion oder der Extrospektion gelebt werden.

Manche Menschen benutzen hauptsächlich eine Fähigkeit in allen Lebenssituationen, sozusagen als überpräsente Funktion, ergänzt von ein oder 2 Hilfsfunktionen. Die Ebene die in der obigen Darstellung vis a vis von einer Hauptfunktion liegt, gilt als Unterfunktion – als im Leben eines Menschen kaum genuzte Fähigkeit.

„Mit 2 Funktionen hat der Mensch die Fähigkeit erlangt, sich zu betrachten. Mit 3 Funktionen sind wir in der Lage, uns dabei zu beobachten, wie wir uns betrachten. Die Entwicklung auch der 4. Funktion ist die Vollkommnung, die Errungenschaft der vollkommenen Göttlichkeit im Menschen.“

(C. G. Jung: in Tanz des Typenrades, Mary E. Loomis, Walter, dzt. vergriffen)

Im Sinne der Ganzwerdung, der Transzedenz des Selbst, gilt es auch die sogenannten Unterfunktionen zu stärken. Und hier setzt das System der 4 Schilde an: durch die Anordnung im Kreis, stehen sich die Funktionen nicht starr gegenüber, sondern es wird eine mögliche Dynamik, eine Bewegung von einer Position zur nächsten ins Spiel gebracht.
Ich bewege mich in diesem System von einer Hauptfunktion über eine benachtbart gelegene Nebenfunktion zur unterpräsentierten Ebene. Ein Beispiel soll das verdeutlichen: Wenn ich im Süden „Zu Hause“ bin, ist mir die Ebene des Körpers und der ursprünglichen Emotionen sehr nahe. Im ungesunden Übermass kann es zu einem Hin- und Herwechseln zwischen vollem Enthuiasmus und Bedeisterung kommen, auf der anderen Seite zu Selbstbeschuldigungen und Antriebslosigkeit. Das dahinter liegende Gefühl kann sein, daß ich nie bekomme was ich anstrebe, bzw. es als zu wenig empfinde –

  1. ich bin also immer ein armes Opfer ( Süden, Ausgangslage);
  2. klären und ins Bewusstsein bringen, was in solchen Situationen abläuft ( Westen, Introspektion, Visionsuche oder ähnliches Ritual; ergänzt langfristig durch mögliche Psychotherapie)
  3. Integration in den Alltag, Einnahme meines Platzes als selbstverantwortlicher Erwachsener im Norden und das Wissen um den Osten und seine Kraft und Vision.

Im dynamischen System der 4 Schilde ist es der Weg vom Süden über den Westen in den Norden ( genauso geht es über den Osten in den Norden). Egal wo ich ansetze, mögliches „Endziel“ ist es, die wahrnehmenden und die beurteilenden Funktionen ins Gleichgewicht zu bringen, so wie die linke und rechte Gehirnhälfte gleichwertig verwenden zu können. Und bei Wilderness Seminaren geht es darum, die eigenen Fähigkeiten zu stärken, es geht um „empowerment“ und Wachstum. Nicht das Defizit und der therapeutische Blickwinkel stehen im Vordergrund, sondern den Zugang zum vollen Potential des SELBST zu erleichtern. Es ist nicht eine einmalige Angelegenheit, die dann erledigt ist, auch nicht ein linearer Prozeß, wie ich ihn gerade beschrieben habe, sondern ein lebenslanger Weg, der mich begleiten kann. Die Ceremonies Seminare begleiten dich über 2 Jahre mit vielen praktischen Hilfen und Hinweisen, wobei in diese Zeit auch ein Visionssuche Seminar fallen kann. Es gibt eigentlich in der westlichen Kultur nur mehr kindische Erwachsene oder erwachsene Kinder.

(Robert Bly)

Die Stille der Berge und Täler, die Leere der Natur ermöglicht uns, ohne viel Aufhebens in einen Zustand der tiefen Einsicht über uns der Welt einzutauchen. Und diese Erkenntnisse bringe zurück – in deine Familie, deinen Job, zu deinen Freunden – in deinen Alltag. Wenn du die Natur liebst, dann teile deine Erkenntnisse mit anderen Menschen – wir sind Natur.

(Steven Foster)

Wie sagte schon unsere Katze Sirah: ich weiß nicht genau, was die da draußen machen in der wilden Natur, aber nachher sind sie immer ruhiger und schauen mich dann manchmal so strahlend an, das ich nur mehr genüßlich vor Wohlgefühl schnurren kann.

(diesen Artikel gibt´s übrigens so wie alle genannten Bücher über uns zu beziehen)