Portrait Gabriele Höfinger

Seit wann begleitet dich die Arbeit im Spiegel der Natur und im Medizinrad? Und warum interessiert dich diese Arbeit, warum findest du sie wertvoll?

Vor bald zehn Jahren war ich auf meiner eigenen ersten Visionssuche und das hat mich so berührt, dass ich an der Arbeit drangeblieben bin und in der Shambhala Wilderness Schule und der School of Lost Borders/ USA gelernt habe. So bin ich immer mehr in diese Arbeit hineingewachsen.

Ganz besonders finde ich an dieser Arbeit, dass sie die Zyklen des Lebens und der Natur integriert, auch unserer inneren Natur. Es geht um Balance, nicht um „Ich bin immer erleuchtet, sonst bin ich schlecht“, sondern alle Emotionen wie Wut, Verzweiflung oder Trauer gehören dazu und auch der Verstand, das Planen, das für die Gemeinschaft sorgen, und auch das spontane feiern und spielen, das Genießen, und auch der Schatten. Alles hat seinen Platz im Rad.

Auch die Übergänge werden gewürdigt, bewußt gestaltet. So wie der Ballcourt den großen Übergang, das Sterben würdigt, so üben wir auch im Leben ins Ungewisse zu gehen, was Neues zu wagen, das Unbekannte aufzusuchen. Und das ist ja so, dass wir uns das oft nicht aussuchen können…die natürliche Welt ist dabei unser Lehrer, alles wird und vergeht, wandelt sich.

Was machst du in der Shambhala Wilderness Schule?

Seit zwei Jahren entwickeln wir gemeinsam Formate für Jugendliche und junge Erwachsene. Dazu gehört “Meine wilde Zeit!?”, da geht es um den Übergang zum Jugendlichsein, Jugendliche kraftvoll und mit Freude in diese Lebensphase zu initiieren. Und was mich sehr freut: Gemeinsam mit meinem Kollegen Alfred Kwasny biete ich heuer das erste Mal ein Visionssuche für junge Menschen von 17-25 Jahren an, und es geht darum, wie kann ich in dieser Welt in meine Kraft und Verantwortung kommen, im besten Sinn er- wachsen sein. Das ist was wir in dieser Welt brauchen, initiierte Erwachsene, Menschen die eine Vision haben und wissen wer sie sind. Und außerdem gibt es noch den Walkaway den Silke und Wolfgang anbieten.

Für Erwachsene biete ich gemeinsam mit Sarah zu jeder Jahreszeit/Himmelsrichtung eine Medzinwanderung im Dunkelsteiner Wald an, das ist ein Tag mit einem Naturgang und gemeinsam im Kreis die Geschichten erzählen. Ich liebe es diese Geschichten zu hören!

Wenn du dieser Arbeit etwas wünschen würdest, was wäre es?

Ich wünsche dieser Arbeit viele Geschichten die erlebt, erzählt und gehört werden, Geschichten der inneren und äußeren wilden Natur. Ich wünsche mir, dass diese Arbeit zur Heilung der Beziehung der Menschen und Erde beiträgt, dass wir spüren, dass wir nicht zu trennen sind von der „ Natur“, dass wir verbunden sind, ohne Wenn und Aber. Dass unser Körper und der Körper der Erde derselbe lebendige „Stoff“ sind.

Wenn du gerade mal nicht diese Arbeit machst, was machst du dann? 

Ich begleite Kinder und Jugendliche in ihren Lebensprozessen in einem Projekt das sich auf selbstbestimmtes Lernen fokussiert. Da interessiert mich gerade besonders die Altersgruppe ab dreizehn. Und ich beschäftige mich mit der Frage, wie können Jugendliche ihr Potential entfalten, ihre Stärken und Träume finden. Was kann sie da unterstützen?

Selbst bin ich auch immer wieder daran zu schauen, wie kann ich mein Potential entfalten, was ist JETZT wichtig in meinem Leben?

Ich bin gerne – mit meiner Hündin – draußen im Wald und in den Bergen, reise, tanze und improvisiere, sitze gerne am Feuer, …