Visionssuche

Die Visionssuche ist DAS Übergangsritual, überliefert von fast allen Traditionen der Menschheit.

Traditionell für die großen Übergänge „Erwachsenwerden“ oder „Altwerden“ eingesetzt, wird es in der modernen Welt unzähliger individueller Lebensentwürfe für so unterschiedliche Initiationen verwendet wie: „einen Platz im Leben finden“, „bereit für einen Partner werden“, „meine Kraft annehmen“, „mich zeigen“, „mein Vatersein annehmen“, „zu meiner Partnerschaft stehen“, „Übergang zum Single“, „mich selbst lieben“ usw. Immer sind es Übergänge von einem Zustand, der den weiteren Weg behindert, zu einem neuen Zustand, der dem Weg der Seele oder des Selbst besser gerecht wird.

Übergänge bedürfen eines bewussten Verabschiedens des Alten und einer Klärung der Intention des Neuen (1. Phase: 4 Tage der Vorbereitung in der Gruppe). Was möchte ich ins Leben bringen? Und wer ist die Alte/ der Alte, die/ der verabschiedet werden kann?

Anmeldung zumindest bitte 6 Wochen vorher! Anmeldebedingungen und Storno siehe auch bei Kontakt und im gedruckten Wilderness Programm.

Über die Schwelle geht es dann in die sogenannte Auszeit (auch Schwellenzeit, Liminalzeit, Zeit der Umwandlung, 2. Phase: 4 Tage), wodie Visionssuchenden im Zwischenreich von Altem und Neuem alleine und fastend in der Natur verbringen. Sie finden zu einem neuen Verbundenheitsgefühl mit der Natur, ihre Themen reflektieren sich im Spiegel der der Natur und des eigenen Bewusstwerdens von Unbewusstem. Ängste, Zweifel, Langeweile können ebenso wichtige Begleiter sein wie Momente des Glücks und der Sinnerfülltheit… Sie häuten sich in einen neuen Lebensabschnitt hinein…

Was, wenn Verwandlung nicht, ist dein drängender Auftrag?
Erde, du liebe, ich will. Oh glaub, es bedürfte
Nicht deiner Frühlinge mehr mich dir zu gewinnen.
(R. M. Rilke, Duineser Elegien, IX)

Rückkehr und Integration in den neuen Alltag beginnt in der 3. Phase (3 Tage in der Gemeinschaft), in der das Neue gewürdigt und auch auf sozialer Ebene verankert wird.

Die moderne Visionssuche soll es den TeilnehmerInnen ermöglichen, sich mit ihrer Seele, mit ihren Sehnsüchten und ihrer wahren Bestimmung zu verbinden. Zugleich ist es eine bewusst vollzogene Handlung, die auch den anderen Menschen in ihrem/seinem Umfeld zugute kommt – eine Visionssuche hat somit immer auch eine Bedeutung, die über das individuelle Ziel hinausreicht. Verändert nehmen wir unseren Platz im Alltag neu ein…

Wir bieten Visionssuchen für Erwachsene (gemischte Gruppen Männer und Frauen, ab etwa 18 Jahren) mit 4-tägiger Auszeit (in Österreich, Italien und Namibia) an.

Jugend-Visionssuchen und andere Naturarbeit für junge Menschen:
Wir möchten gerne auf die Bedeutung dieser Naturarbeit gerade für junge Menschen hinweisen: Zahlreiche AbsolventInnen der Shambhala Wilderness Schule bieten mittlerweile Seminare in diesem Bereich an.  Außerdem schon seit Jahren in der Jugendarbeit tätig: Christian Kirchmair, www.christian-kirchmair.at.

Anmeldung zu Visionssuche-Seminaren:
Bitte bis spätestens sechs Wochen vor Beginn des Seminars.  Wo zwei Preise angegeben sind, stellen diese Preise eine Bandbreite dar (je nach Einkommen und Selbsteinschätzung). Es gibt außerdem einen Sozialfonds, der aus Geldern von großzügigen ehemaligen Visionssuche-TeilnehmerInnen gespeist wird. Diesen ein großes Dankeschön im Namen aller, die sich dadurch ihre Visionssuche erst leisten konnten!

Aktuelle Termine siehe unten!

 

1. Phase: Loslösung

Und ein Ende machen heißt einen Anfang machen.
Das Ende ist unser Ausgang.
(T. S. Eliot, Little Gidding)

Loslösung ist der erste Schritt auf dem Weg. Sie beginnt bereits mit der Anmeldung zum Seminar und kennzeichnet unsere ersten Tage gemeinsamer Vorbereitung am Seminar. Es geht um die Klärung der Fragen: Was ist es, was gelöst werden will in deinem Leben? Wo stehst du gerade, vor welcher Veränderung, vor welcher Entscheidung? Was ist nicht mehr passend in deinem Leben? Was in dir ruft und drängt ins Leben? Was willst du feiern, nie mehr vergessen? Die ganz konkrete Absicht zu finden ist der wichtigste Vorbereitungsschritt, bevor du „rausgehst“. Dazu findet in dieser Phase ein Innehalten, ein „Entschleunigen“ statt.

Wir unterstützen dich* in diesem Prozess: Einerseits, indem wir dir das alte System der 4 Schilde, Himmelsrichtungen und Jahreszeiten der menschlichen Natur nahe bringen, einen Rahmen der Orientierung und Klärung. Andererseits helfen dir Achtsamkeitsübungen, Körper- und daoistische Qigongübungen sowie Rituale und Zeremonien, Ansätze aus der Integrativen Körperpsychotherapie (IBP), der Jungschen Psychologie der menschlichen Funktionen oder die Bewegungspraxis der 5 Rhythmen in dieser Vorbereitungszeit, offener zu werden und das auch auszuhalten, was sich in dieser Öffnung offenbart. Sicherheit auf physischer wie psychischer Ebene ist der wichtigste Rahmen jeder Visionsuche.

* wir verwenden bei unseren Seminaren das Du Wort und erlauben uns deshalb auch unser Programm in dieser Form zu schreiben.

2. Phase: Über die Schwelle in die Aus-Zeit

Mit der Absicht, die du in der vorangegangenen Loslösungs- und Klärungsphase entwickelt hast, trittst du über die Schwelle. Der Weg führt in die Natur und zugleich in dein Inneres, in deine innere wilde Natur, deinen spirituellen Raum, deine „heilige“ Zeit.
Mit dem Überschreiten der Schwelle lässt du alles Alltägliche hinter dir. Was dir ab diesem Punkt begegnet, ist Bestandteil deiner inneren Reise – Pflanzen und Tiere, Gedankenfetzen, Geräusche, Gerüche, das Wetter, Bilder, innere Dialoge… Ab sofort gibt es weder alltäglichen Raum noch alltägliche Zeit.

Um die Achtsamkeit zu erhöhen und das Bewußtsein zu weiten, wenden wir die alte Methode der 3 Tabus an – „no food, no shelter, no company“: Du verbringst diese Zeit allein im Freien, fastest und bist nur mit den notwendigsten Dingen ausgestattet. Die wichtigste Ausrüstung haben wir ohnehin in der ersten Phase gemeinsam erarbeitet: Bereitschaft, Klarheit und Intention. Die LeiterInnen geben im Basecamp den entsprechenden Rückhalt und sind jederzeit erreichbar.
Aus-Zeit ist die Zeit zu empfangen, Zeit für realistische Visionen. Vision ist der Blick in eine tatsächlich mögliche Zukunft, ist die Fähigkeit zu träumen, ist die Klugheit, die Augen zu öffnen und zu sehen, was schon da ist.

3. Phase: Rückkehr

Heimkehrend überschreitest du die Schwelle in umgekehrter Richtung. Du verlässt deinen Kraftplatz – vielleicht einerseits mit Freude, andererseits mit Fragen:

  • Was wird mich empfangen?
  • Wie werde ich das Neue integrieren?

Die in die Gruppe heimgebrachten Geschichten werden reflektiert und „gespiegelt“. Was du erlebt und gesehen hast, wird verankert als neuer Teil von dir. Die erste Zeit „danach“ verbringen wir gemeinsam – nicht mehr allein, noch geschützt in der Gruppe – eine kostbare Zeit, um dich auf die Rückkehr in deine Alltagswelt vorzubereiten.

Es ist essentiell an einer Visionssuche, dass das Neue auch in deinen Alltag integriert wird und dafür gibt es kleine Hilfen für „nachher“. Nach einem halben Jahr treffen wir uns zu einer Nachbesprechung und erst ein Jahr später beendest du die Visionsuche mit einem persönlichen Rückblick.

Termine

20.6.2018 12:00 bis 30.6.2018 13:00

Visionssuche Steiermark/Österreich

25.7.2018 15:00 bis 4.8.2018 12:00

Visionssuche Kärnten/Österreich

19.7.2019 bis 30.7.2019

Visionssuche „Ballcourt/Bardo“

21.8.2019 bis 31.8.2019

Visionssuche Kärnten/Österreich